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Live Music Now - Rhein-Ruhr

Jubiläumskonzert: 25 Jahre Live Music Now Rhein-Ruhr e.V.

Campus Klang – Dozenten musizieren mit Studierenden der Hochschulen Düsseldorf und Essen
Zwölf Musizierende aus unserer Förderung und vier Dozenten musizierten gemeinsam in unterschiedlichen Besetzungen auf höchstem Niveau. Ihre große Spielfreude und Begeisterung für die Musik war für das Publikum unmittelbar spürbar.
Prof. Dr. Tobias Bleek moderierte professionell und unterhaltsam die Konzertmatinee. Die beiden Interviews mit Prof. Thomas Gabrisch, künstlerischer Leiter von Live Music Now Rhein-Ruhr e.V., und dem Studierenden Klaudio Zoto machten den Wert von Live Music Now sowie die Zusammenarbeit mit beiden Hochschulen deutlich.

Bei den vier Duos aus op. 49 für zwei Violinen erlebten die Gäste, wie Prof. Aleksey Semenenko und Frederik von Wrochem gleichberechtigt und auf Augenhöhe abwechselnd die Melodie übernahmen, einander begleiteten oder gemeinsam einen harmonischen Klang bildeten.

Aus Luigi Boccherinis Quintett für Gitarre und Streichquartett D-Dur erklangen zwei Sätze, die von Prof. Andrej Bielow und Frederik von Wrochem (Violine), Türkü Sincer (Viola), Klaudio Zoto (Violoncello) und Prof. Alexander-Sergei Ramirez (Gitarre) interpretiert wurden. Vor allem im letzten virtuosen Satz „Fandango“begeisterte das Publikum die rhythmische Präzision und die außerordentliche Energie, die von den Musikern ausging. Klaudio Zoto hatte sichtbar großen Spaß am Einsatz der Kastagnetten.

Die vierhändige Klaviersonate FP 8 von Francis Poulenc wurde von Kai Schumacher und Anna Davydkina interpretiert. Der Wechsel zwischen rhythmischer Aggressivität, volksliedhafter Schlichtheit und und ironischer Spielfreude ist dem Klavierduo überzeugend gelungen. Es war beeindruckend zu sehen, wie sich die beiden Pianisten den engen Raum an der Klaviertastatur mit ungewöhnlichen Überkreuzungen der Hände teilten, ihre Bewegungen harmonisch aufeinander abstimmten.

Beim Sextett C-Dur op. 37 von Ernst von Dohnányi war technische Sicherheit gefragt und ein perfektes sensibles Zusammenspiel, das von den Musikerinnen und Musikern souverän geleistet wurde. Der Klarinettist Davit Sarukhanyan und die Hornistin Defne Erkan begeisterten mit geschmeidigem und ausdrucksvollem Ton. Prof. Andrej Bielow (Violine) spornte das Ensemble mit seiner Energie zu Höchstleistungen an, die auch die Bratschistin Türkü Sincer, der Cellist Klaudio Zoto und nicht zuletzt Yevhenii Motorenko mit seinem höchst anspruchsvollen Klavierpart bravourös erfüllten.

Im Jahr des Akkordeons erklang ein besonderes Werk des zeitgenössischen Komponisten Heiner Frost. „Matare“ wurde speziell für das Akkordeon-Duo Yilin Han und Piotr Motyka komponiert. Beide Musiker bewegen sich auf absolut professioneller Ebene. Ob bei atemberaubenden Läufen oder sphärischen Passagen – die beiden Akkordeons verschmolzen förmlich miteinander zu einem Klang.

Das ebenfalls zeitgenössische Werk „Metamorphosis“ von Philip Glass aus dem Bereich der Minimal Music erklang in einer spannenden Bearbeitung von Kai Schumacher für Violine und Klavier. Frederik von Wrochem an der Violine und Kai Schumacher am Klavier ergänzten sich einfühlsam und ließen sich gegenseitig Raum für die mit wunderbarem Ton gespielte Melodie der Violine, begleitet durch eine stereotype Begleitung des Klaviers, die später auch die Violine übernahm. Während des Vortrags entstand nahezu eine Atmosphäre der Meditation.

Die Sonate op. 64, Nr. 1 hat Niccolò Paganini für ein Streich- und ein Zupfinstrument komponiert und zeigt damit eine weniger bekannte kammermusikalische Seite des berühmten Geigenvirtuosen. Prof. Andrej Bielow und Prof. Alexander-Sergei Ramirez hatten offensichtlich selber große Freude daran, dem Publikum mit diesem Musikstück italienische Gesanglichkeit, elegantes Musizieren und virtuose Leichtigkeit darzubieten.

Den Abschluss des Benefizkonzerts machte das Bläserquartett von Jean Françaix. Durch die Besetzung für vier Holzbläser entstand ein besonders durchsichtiges Klangbild, in dem jede Stimme individuell hervortreten konnte. Die Flötistin Gemma Vigo Mitjans, der Oboist Cristian González, der Klarinettist Davit Sarukhanyan und die Fagottistin Nerea Lanza Morales musizierten diese witzige und geistreiche Musik mit schönem Ton, temporeich und rhythmisch prägnant in einem lebendigen Dialog der Instrumente.

Das Benefizkonzert zum 25jährigen Jubiläum von Live Music Now Rhein-Ruhr e.V. bot Einblick in vielfältige kammermusikalische Besetzungen, zeigte hohes künstlerisches Niveau und wurde vom Publikum mit begeistertem Applaus gewürdigt.